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... den „Schülertreff“
Wenn man das Gemeindehaus mittags um 13:00 Uhr an einem Tag betritt, an dem der
Schülertreff stattfindet, merkt man ganz deutlich den Unterschied zu anderen
Tagen. Es geht sehr lebendig zu: Kinder kommen mit Schulranzen, gehen
zielstrebig in den Hausaufgabenraum oder toben erst einmal ein bisschen nach
ihrem anstrengenden Schultag im Flur. Der Lärmpegel steigt an, die Schuhe landen
unter der Treppe, mit Hausschuhen geht es dann „an die Arbeit“.
Um 14:00 Uhr
kündigt ein leckerer Essensduft das gemeinsame Mittagessen an. Jetzt ist erst
einmal Pause für die Kinder und die erwachsenen Helfer und Helferinnen! Die
Tische sind gedeckt und für das Essen soll Zeit und Ruhe bleiben.
Aber hier
zunächst einmal die Fakten zum Schülertreff: der Schülertreff findet immer
dienstags bis donnerstags von 13:00 bis 16:00 Uhr statt. Nach der Schule kommen
bis zu 20 Kinder im Alter von 6 – 12 Jahren aus den 1. bis 6. Klassen in die
Titusgemeinde, um Hausaufgaben zu machen, gemeinsam Mittag zu essen und ein
Stück ihrer Freizeit zu gestalten. Es gibt eine Warteliste für weitere Kinder.
90 % der Kinder haben einen sogenannten Migrationshintergrund. Die Eltern haben
oft große Schwierigkeiten, ihre Kinder bei den Hausaufgaben zu unterstützen. Die
Aufgabe der zwei hauptamtlich Mitarbeitenden im Schülertreff ist einerseits
dessen Organisation sowie die Begleitung und Stärkung der zurzeit acht
ehrenamtlich Mitarbeitenden.
Die ehrenamtlichen Frauen und Männer sind fast alle
immer an einem bestimmten Wochentag im Schülertreff und verrichten ihren „Job“
mit großem Engagement, viel Geduld, Einfühlungsvermögen und guten Nerven. Wie
auch in anderen Bereichen hört immer mal wieder jemand von den Ehrenamtlichen
auf. Deshalb sind neue Helferinnen und Helfer für die Hausaufgabenhilfe gern
gesehen.
konzentriert arbeitende Mädchen und Jungen. Sie bekommen bei Bedarf
Hilfestellung von den Erwachsenen. An jedem der drei Tage sind möglichst drei
Erwachsene anwesend. Wenn aber alle Hausaufgabentische besetzt sind und viele
Kinder gekommen sind, reicht das aber oft kaum aus. Die Kinder haben zum Teil
eine Menge Hausaufgaben aufbekommen, die Aufgabenstellung ist für sie oft nicht
verständlich und das im Unterricht Gelernte ist manchmal unvollständig
geblieben. Schnelle Erfolge sieht man nicht, sagen die Erwachsenen. Man merkt es
auch, wenn Zeugnisse anstehen und im Vorfeld dafür noch größere Anstrengungen
erforderlich werden.
Bei meinem Besuch schaue ich leise in den Hausaufgabenraum und sehe
Aber es bleibt natürlich nicht immer ruhig und leise in
ihrem Raum! Jede Gelegenheit zur Ablenkung wird freudig begrüßt, neugierig wird
geschaut, was am Nachbartisch passiert, ein Radiergummi fliegt mal so durch die
Luft oder ein Schulranzen fällt zufällig mit Schwung auf die Erde! Ein Kind ist
sich sicher, dass es keine Aufgaben mehr hat, aber das Hausaufgabenbuch sagt
etwas anderes. Dann ist wieder einmal Motivation erforderlich, um
weiterzumachen.
Wenn die Aufgaben erledigt sind, wenn die Kinder „locker fertig
mit den Hausaufgaben“ oder dem Üben für Mathe, Deutsch, Sachkunde usw. sind,
können sie ihre Freizeit auf vielfältige Weise genießen.
In einem „Interview“ haben sie mir aufgezählt, was sie dabei gut finden:
... sie spielen drinnen und draußen gemeinsam, sie krökeln am Krökelautomaten,
... sie singen viele Lieder und lesen Gedichte
... sie basteln, machen Kerzen, backen zusammen Plätzchen
... machen „Stop-Tanz“ und andere Gruppenspiele
... fahren draußen mit Jumbo-Kettcars und machen dabei ihren Führerschein.
Wichtig ist ihnen auch, dass sie hier Freunde finden, sich gegenseitig helfen
und sich (fast) nicht streiten. Wenn sie vorher fragen, können auch einmal ihre
Freunde zu Besuch in den Schülertreff kommen.
Das Angebot für die Kinder umfasst auch Ausflüge, die Abwechslung zum
Hausaufgabenalltag bieten. In der Adventszeit darf jedes Kind ein Päckchen
ziehen, sie waren zusammen auf dem Weihnachtsmarkt und manchmal gibt es
Überraschungsgeschenke!
Das Betreuungsprogramm der Erwachsenen ist also sehr vielfältig und beschränkt
sich nicht allein auf die Hausaufgaben! Ihr Einsatz ist für das Projekt nicht zu
ersetzen und von großem Wert für die Arbeit der Titusgemeinde. Dafür gebührt
ihnen allen ein herzliches „Dankeschön“.
Irene Schwulera |